🇩🇪 Nach dem Brand

Der Brand im „Hohen Venn“ in Belgien bestimmte diesen Sommer als Großereignis die Medien. Aber auch in Deutschland hat es an vielen Orten gebrannt. So auch nicht weit von meinem Wohnort entfernt, in der Heidelandschaft rund um den „Büschberg“ bei Arft. Die Rauchsäule war weithin zu sehen und zusammen mit den Rauchschwaden des Bandes im „Hohen Venn“ lag tagelang ein beißender Brandgeruch in der Luft.

Nun stehe ich hier auf dem „Büschberg“, drei Wochen nach dem Brand. Die schwarze, verbrannte Rinde der Kiefern versrömt den intensiven Geruch nach Pfeifentabak. Die Hitze des Feuers hat die Nadeln gelb gefärbt ohne sie zu verbrennen. In der Monokultur weiter unten am Hang haben die Fichten damit begonnen, ihre Nadeln abzuwerfen. Ein ockerfarbener Teppich ehemals grüner Pracht bedeckt den ganzen Waldboden. Die ganze Szenerie wirkt surreal – fast wie ein überbelichtetes Farb-Negativ aus alten Zeiten.

Aber was mache ich hier eigentlich? Von der ehmaligen Wacholderheide ist nichts mehr übrig, außer verbrannte Bäume und Gestrüpp. Postkartenmotive sind hier keine mehr zu holen. Und doch stehe ich hier – mit der Kamera in der Hand. Was also hat mich dazu bewogen, hier herzukommen?

Ich denke, es ist das (noch) Außergewöhliche, das mich hergezogen hat. Nie zuvor habe ich einen verbrannten Wald gesehen und ich hatte keine Ahnung, was mich hier erwarten würde. Nur eins wußte ich schon vorher: Ich möchte nicht einfach nur dokumentieren, sondern versuchen die morbide Schönheit der Katastrophe in Bilder zu fassen. So dramatisch das klingen und aussehen mag – in jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Die Natur wird sich wieder erholen und ich werde sie dabei mit der Kamera begleiten!

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🇬🇧 After the fire