🇩🇪 Laichzeit
Wer in unserem Teil der Eifel lebt, hat bei der Suche nach geeigneten Laichgewässern mit einigen Herausforderungen zu kämpfen:
Im Vergleich zu anderen Regionen gibt es bei uns verhältnismäßig wenige stehende Gewässer.
Sind die Seen oder Teiche so groß, dass man sie auf der Landkarte finden kann, dann sind sie entweder in Privatbesitz und eingezäunt oder gehören zu einem Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf.
Die wenigen Tümpel, die nicht in den Karten verzeichnet sind, müssen erst einmal gefunden werden und dann müssen sie auch noch fotogen genug sein, um dort überhaupt brauchbare Bilder machen zu können, denn oft sind diese so zugewuchert, dass man nicht ans Ufer gelangt oder einfach nur hässliche, braune Schlammlöcher.
Natürlich versucht man jedes Jahr auf’s Neue sein Bestes zu geben, egal wie unfotogen die örtlichen Bedingungen sind. Bisher ist mir das nie gelungen – aber dieses Jahr war mein Jahr der Kröten!
Dank des guten Wetters und mit einigem Aufwand bin ich auf zwei Lokations gestoßen (worden), an denen mir zum ersten Mal brauchbare Bilder gelungen sind. Leider hat die Suche nach diesen Orten so viel Zeit in Anspruch genommen, dass ich bei der letzten und besten Lokation wohl gerade den Höhepunkt der Laichzeit erwischt hatte. Drei Tage später war der Spuk vorbei: Von vormals hunderten Kröten dümpelten nur noch zwei einsam im Teich herum – alle anderen waren futsch!
Gerne hätte ich noch mehr Zeit mit den Tierchen verbracht – da waren noch einige fotografischen Ideen in meinem Kopf, die ich gerne umgesetzt hätte. Trotzdem bin ich mit meiner Ausbeute für dieses Jahr mehr als zufrieden. Außerdem hat die intensive Beschäftigung mit dem Thema Laichzeit einen Lerneffekt ausgelöst, den ich nächstes Jahr effektiv ausnutzen möchte:
Ich muss nicht mehr so intensiv suchen, denn ich kenne nun die beiden Gewässer, die für mich fotografisch relevant sind. (Natürlich werde ich im Laufe des Jahres die Augen nach weiteren geeigneten Gewässern aufhalten!)
Ab einer bestimmten Zeit werde ich mindestens alle zwei Tage diese Gewässer nach Kröten absuchen und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, spontan Urlaub nehmen, um die Laichzeit für ein bis zwei Tage intensiv fotografisch zu begleiten.
Bis dahin werde ich neue Bildideen entwickeln, sammeln und versuchen diese bei der nächsten Gelegenheit umzusetzen.
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr – hoffentlich spielt das Wetter mit!
Wenn der Tümpel ein braunes Schlammloch ist und sich der Himmel strahlend blau auf der Wasseroberfläche spiegelt, bietet es sich an, die Farbtemperatur ins Blaue zu ziehen, um dem Bild Stimmung zu geben.
Guckst du?!
Der Blick in die Ferne….
Highkey ist auch noch eine Möglichkeit, den braunen Schlamm verschwinden zu lassen.
Was macht man, wenn sich alle Kröten wegducken? Man sucht sich neue Motive! So wie diese kleine Spinne, die auf der Suche nach Fressbarem mit ihren acht Beinchen über das Wasser huschte und eine kleine Pause auf einem der vielen umherschwimmenden Pflanzenstängelchen einlegte.
In der Laichzeit sind Kröten offensichtlich blind für alle Gefahren. Sie verlassen immer wieder den Tümpel und verfolgen sogar den Fotografen. (Einer ist mir sogar gegen die Frontlinse meines Objektivs gesprungen!) So kann man auch außerhalb des Gewässers zu schönen Bildern kommen.
Ende der Laichzeit – Beginn für neues Leben. Diese Laichballen stammen aber nicht von Kröten, sondern von Fröschen. Von denen habe ich aber keinen einzigen zu Gesicht bekommen.