🇩🇪 Hüter des Waldes
Wunsch und...
Der Juni ist der Monat des Hirschkäfers. Da ich mittlerweile einige Stellen kenne, an denen man Deutschlands größten Käfer recht zuverlässig finden kann, beschloss ich, dass dieses Jahr für mich ganz im Zeichen des Hirschkäfers stehen sollte. Ich setzte meine ganze Konzentration darauf, ihn zu finden und zu fotografieren, mit dem Ziel eine Serie mit möglichst ikonischen Bildern dieses wundervollen Geschöpfes zu generieren.
Es beginnt mit einer klassischen Aufnahme mit klassischen Farben. Die Pose stimmt, aber irgendwie wird das Bild dem Thema “ikonisch” nicht ganz gerecht. Das muss noch anders gehen…
… Realität
Doch Wunschvorstellung, Motivation und Realität driften in solchen Fällen recht schnell auseinander. Der Juni begann zu kühl und die Suche nach den kleinen „Geweihträgern“ wäre dementsprechend irgendwas zwischen überflüssig, sinnlos und sowieso viel zu früh gewesen. Als sich dann die Hitzewelle ankündigte, besuchte ich alle Orte, an denen ich die Jahre zuvor Sichtungen und Beweisfotos machen konnte – doch keine Hirschkäfer da! Dann wurde es unerträglich heiß. Die Käfer, so erfuhr ich von einem Kollegen, fanden das wohl gut – ich nicht. Nachdem es so langsam von „unerträglich heiß“ auf „einfach nur heiß“ herunterkühlt war, wagte ich mich hinaus: Zwei Sichtungen von meinem Kollegen führten mich zu Orten, an denen ich vorher noch nie nach Hirschkäfern gesucht hatte. Und gleich zwei Mal hatte ich Glück. Das erste Prachtexemplar fand ich in einem Eichenwäldchen, dass mir mein Kollege beschrieben hatte. Beim nächsten Exemplar (eigentlich waren es drei Exemplare, aber nur einer saß gut genug, um ihn zu fotografieren) rief mich mein Kollege spontan an und wir trafen uns vor Ort, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen.
Allein im dunklen Wald. Wir kommen der Sache näher - die Farbe spielt eine entscheidende Rolle!
Das ist es! Das Bild des Tages. Es scheint, als würde dieses prächtige Männchen sein Revier auf der Suche nach Eindringlingen bewachen. Das klischeehafte Bild von einem Wolf, der auf seinem Felsen sitz und den Mond anheult drängt sich regelrecht auf.
Und dann noch die Nebenwirkungen
Schweiß. Viel Schweiß! Und Zecken! Dazu noch reichlich Stechmücken, so dass man sich kaum auf's Fotografieren konzentrieren kann. (An diesem Punkt hat es sich gezeigt, dass es von Vorteil ist, wenn man zu zweit fotografieren geht, aber nur ein Motiv hat: Der eine fotografiert und der andere killt die Mücken!)
Aber wie so oft, hat sich das Leiden am Ende gelohnt – für dieses Jahr bin ich mit den Bildern zufrieden. Mal sehen, welche Ideen und Gelegenheiten das nächste Jahr bringt – beim „Rotwild-Käfer“.
Das hier ist aber das eigentliche Revier unseres Helden - der Stamm einer Eiche.
Huhu!