Winterzauber auf zwei Beinen
Winter ist eine harte Zeit für alle, die ihr Leben unter freiem Himmel meistern müssen. Während sich der Fotograf nach seiner Tour mit einer heißen Tasse Tee an den Rechner in seine warme Wohnung setzen kann, um sich die Bilder des Tages anzuschauen, geht da draußen der Kampf ums Überleben weiter. Schnee und hartgefrorene Böden machen die Suche nach Essbarem fast unmöglich. Leise und von uns Menschen meist unbemerkt fordern Hunger und Kälte ihren Tribut.
Um so lobenswerter ist es, wenn die Menschen Winterfütterungen anbieten. Das hilft den Vögeln aus der Nachbarschaft über den Winter. Aber was ist mit den Vögeln im Wald? Tja, man kann nicht die ganze Welt retten – aber man kann es versuchen!
Das ist einer der Gründe warum ich im Winter immer Futter in der Tasche habe. Der andere Grund ist natürlich nicht ganz uneigennützig: Mit dem ausgestreuten Futter kann ich mit etwas Glück Vögel anlocken und fotografieren. Das funktioniert gerade bei den Rotkehlchen besonders gut, denn die haben weniger Scheu und sind offensichtlich eher bereit, das Risiko einzugehen, von mir gefressen... äh... fotografiert zu werden!
Spaß beiseite. Jedes Mal wenn ein Vogel vor mir landet und sich an dem ausgestreuten Futter gütlich tut, bilde ich mir ein, Dankbarkeit zu spüren. Dankbarkeit für die Möglichkeit, vielleicht den Tag und die nächste Nacht zu überstehen. Und der Fotograf? Der ist dankbar für die Bilder, die er mit nach Hause bringt und hofft, dass er vielleicht ein bisschen helfen konnte.