🇩🇪 Prachtlibellen

Was macht man an heißen Sommertagen, an denen die Sonne wolkenlos vom Himmel knallt und das Thermometer die 30-Grad-Marke schon morgens um 10 gerissen hat? Genau – man bleibt daheim! Nur wäre dann die Geschichte hier leider auch schon zu Ende – und so, wie ich euch kenne, wollt ihr lieber noch was lesen und ein paar schöne Bilder sehen – stimmt's?! (Jaja - lasst den Markus mal schön schwitzen – wir genießen bei einem kühlen Bierchen dann die Ergebnisse...)

Egal – es hilft ja nichts: Manche Ideen lassen sich leider nur zu genau solchen Bedingungen umsetzten, auch wenn die Temperaturen dazu gerne etwas niedriger hätten sein dürfen.

Aber was treibt einen Fotografen um die Mittagszeit bei solch fotografisch katastrophalen Bedingungen nach draußen? Tja... wie oben schon angedeutet: eine ganz bestimmte Bildidee! Das Bild, dass schon seit einigen Wochen vor meinem geistigen Auge Gestalt angenommen hatte, war das einer Prachtlibelle, auf einem Stein sitzend und im Hintergrund das Glitzern des Baches. Mir war klar, dass es ein monochromes Bild werden soll – entweder in dunklen Blautönen oder sogar ganz in schwarzweiß. Und als weitere Herausforderung gerne auch noch ein Bild von einer startenden Libelle, bei der man alle vier Flügel sehen kann! (Man kann sich seine Ziele ja nicht hoch genug setzen...)

Aber noch bevor es an die eigentliche Fotografie geht, gibt es schon die ersten Hürden zu meistern: Finde eine Bach, der um diese Jahreszeit genug Wasser führt, der an einigen Stellen flach über kleine Steine plätschert und wo die Sonne ungestört (also ohne störendes Blätterdach) auf das Wasser scheinen kann. Die letzten beiden Bedingungen sind wichtig für die Bubbles, denn ohne die funktioniert meine Bildidee nicht. Erst wenn die Sonne auf die kleinen „Stromschnellen“ scheint und man diese im Hintergrund seines Fotoobjektes platziert, dann entstehen die von mir gewünschten Bubbles.

Wie so oft, habe ich ausgiebig Kartenmaterial nach geeigneten Stellen durchsucht. Wie so oft musste ich feststellen, dass es in unserer Region gar nicht so einfach ist, eine passende Stelle für meine Bildidee zu finden. Dann viel mir allerdings eine Stelle ein, die ich von einer meiner Wanderungen kannte und zudem auch noch gut mit dem Auto zu erreichen ist. Einen Versuch war es wert – ich fuhr hin. Und was soll ich sagen? Volltreffer! Besser konnten die fotografischen Bedingungen kaum sein.

Jetzt mussten nur noch meine Motive mitspielen. Ich beobachtete, wie sich die Prachtlibellen jagten, um ihr Revier zu verteidigen und stellte zu meiner Freude fest, dass es einige Steine im Bach gab, die von den Libellen immer wieder als Ansitz benutzt wurden, um nach unliebsamen Kontrahenten Ausschau zu halten. Mit Hilfe eines kleinen Statives platzierte ich meine Kamera mit einem lichtstarken Teleobjektiv knapp über der Wasseroberfläche, so dass sich die Reflexionen des blubbernden Wassers im Hintergrund meines zu erwartenden Motivs befanden. Jetzt hieß es ruhig verhalten und darauf warten, dass sich eine Libelle auf den anvisierten Stein niederlässt.

Da Libellen sehr standorttreu sind und immer wieder ihre Lieblingsplätze anfliegen, hatte ich innerhalb kürzester Zeit viele gute Gelegenheiten, meine Bildideen umzusetzen. Nur das mit der startenden Libelle und den vier Flügeln – das hat leider nicht geklappt. Wer weiß – vielleicht beim nächsten Mal...

Hier noch ein kleiner Tipp: Man sollte auf jeden Fall Serienbilder machen, da sich bei jeder Auslösung die Verteilung der Bubbles im Hintergrund verändert. Und am Ende entscheidet die richtige Verteilung der Bubbles darüber, ob man ein schönes oder ein hervorragendes Bild bekommt, denn der Hintergrund ist Teil des Gesamtkonzeptes eines Bildes. Wenn der Hintergrund nicht passt, nützt das schönste Motiv nichts!

Wunschbild Nr. 1: Fotografische Geisterstunde - also um 12 Uhr mittags…

Wunschbild Nr. 2: Man erkennt mehr als zwei Flügel.

Das einzige scharfe Bild einer abfliegenden Prachtlibelle - leider ohne die typische Flügelstellung

Beifang - weibliche Prachtlibelle

Meist erscheinen einem die männlichen Prachtlibellen dunkelblau-schwarz. Bei der richtigen Sonneneinstrahlung jedoch entfalten sie ihr ganzes Farbspektrum.

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🇬🇧 Demoiselle damselflies